Chemie-Tarifrunde 2015

Zehn gute Gründe für unsere Forderung

Es gebe keinen Verteilungsspielraum, das ist das Mantra der Arbeitgeber in der Chemie-Runde 2015. Doch die  Forderung der IG BCE nach 4,8 Prozent mehr Entgelt und der Weiterentwicklung des Tarifvertrags Demografie und Lebensarbeitszeit ist nicht vom Himmel gefallen. Wir haben zehn gute Gründe zusammengestellt.

Thomas Pflaum

Wir verdienen mehr: Demo vor der ersten Verhandlungsrunde im IG-BCE-Landesbezirk Westfalen. Wir verdienen mehr: Demo vor der ersten Verhandlungsrunde im IG-BCE-Landesbezirk Westfalen. 
10.02.2015

1. Deutschland startet durch
Die Wirtschaft ist 2014 so stark wie seit drei Jahren nicht mehr gewachsen.

2. Gute Aussichten 
Die Konjunkturaussichten schätzt die Wirtschaftszeitung »Handelsblatt« als »hervorragend « ein. Die Gewinnerwartungen für 2015 sind so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr.

3. Billiges Öl
Der Preis für Rohöl ist binnen sechs Monaten rasant um 45 Prozent gesunken. Eine Folge: Die Preise für Vorprodukte sinken ebenfalls. Davon profitieren viele Betriebe.

4. Günstiger Wechselkurs
Der Euro gibt gegenüber dem Dollar nach, der Kurs befindet sich auf dem tiefsten Niveau seit mehr als neun Jahren. Das bedeutet aber auch: Die Waren werden billiger, das fördert die Exporte.

5. Mehr Investitionen
2014 haben die Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge preisbereinigt um 3,7 Prozent angezogen. Auch das ist gut für die Konjunktur.

6. Gute Situation in der Chemie
In der chemischen Industrie läuft die Konjunktur stabil auf hohem Niveau. In 65 Prozent der Betriebe ist die aktuelle Lage gut oder sehr gut.

7. Positive Prognosen
Dass es weiter gut laufen wird, prognostizieren 60 Prozent der Chemie-Betriebsräte. 26 Prozent gehen davon aus, dass es 2015 sogar noch besser als 2014 wird.

8. Die allermeisten Beschäftigten gehen vorzeitig in Ruhestand
Im Alter von 64 Jahren befinden sich nur noch 9,1 Prozent in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Ein vorzeitiger Renteneintritt bedeutet pro Jahr einen Abschlag von 3,6 Prozent. Je eher in Rente, desto stärker droht Armut im Alter.

9. Die Belastungen wachsen weiter
43 Prozent glauben nicht, dass sie ihre Tätigkeit unter aktuellen Bedingungen bis zum Rentenalter ausüben können.

10. Wunsch nach weniger Arbeitszeit
60 Prozent der älteren Beschäftigen (über 55) wünschen sich eine schrittweise Verringerung der Arbeitszeit. Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch in Beschäftigtengruppen, die hohen Belastungen ausgesetzt sind.

Nach oben