Neujahrsempfang 2020

„Ich sehe mehr Chancen, als Risiken für unsere Heimat!“

Als die Veranstaltung begann, ging für kurze Zeit das Licht aus … Mit einem Blackout-Szenario eröffnete Leipzigs IG BCE-Bezirksleiter Norman Friske den Neujahrsempfang im H4 Hotel – schließlich ist und bleiben Kohleausstieg und Energiesicherheit weiterhin die zentralen Themen. Aufmerksam verfolgten die mehr als 150 Gäste aus Gewerkschaft, Organisationen und Verbänden, Wirtschaft und Politik den Ausblick auf die möglichen Katastrophen, die längerer Stromausfall mit sich bringen würde. Prominenter Gast war Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

Schreiter

nje20 Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Leipzigs IG BCE-Bezirksleiter Norman Friske.

Ernsthaft in der Sache, aber nicht pessimistisch – so könnte man die Stimmung des Abends beschreiben. „Elektrizität ist der Herzschlag unserer Gesellschaft – ein flächendeckender Stromausfall würde uns an der verwundbarsten Stelle treffen. Denn zu groß ist unsere Abhängigkeit von Strom“, resümierte IG BCE-Bezirksleiter Norman Friske. „Mit jeder Abschaltung eines fossilen oder eines Kernkraftwerks wird das Risiko eines Blackouts größer. Der daraus folgende Ausfall an Regel-Energie aber müsste durch neue Stromspeicher ausgeglichen werden. Doch auf diesem Gebiet geschieht zu wenig.“

Die IG BCE werde sich auch 2020 mit aller Kraft für die Belange ihrer Mitglieder einsetzen, versprach Friske. Und er erinnerte: „Erfolgreiche Gewerkschaftsarbeit funktioniert nur mit einer starken Gemeinschaft. Um so mehr freut es mich, dass die Zahl unserer Mitglieder weiter steigt. Vor allem in den Betrieben ist die Entwicklung sehr positiv, hier wachsen wir seit fast zehn Jahren kontinuierlich.“

Kluge Ideen, engagierte Menschen“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer begann seine Rede mit einem kritischen Blick auf die politischen Vorgänge in Thüringen: „Heutzutage ist es leichter, eine Beziehung zu sprengen, als sie zusammenzuhalten. Ich hoffe, dass die Vernunft wieder einzieht – denn wir brauchen das Land an unserer Seite.“

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Zum Thema Braunkohle appellierte der Politiker: „Wir brauchen kluge Ideen, engagierte Menschen“ damit der Kohleausstieg nicht zu einem Strukturbruch führe. Neue Arbeitsplätze müssten entstehen, bevor alte wegfallen. Kretschmer gab sich kämpferisch: „Wenn wir es richtig machen, wird es diese Regionen stärken!“ Und: „Ich sehe mehr Chancen, als Risiken für unsere Heimat!“

Initiativrecht für Betriebsräte“

Anschließend ging Francesco Grioli ans Rednerpult. Das Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE thematisierte beispielsweise die Tarifbindung. „Immer noch können Unternehmen ohne Tarifbindung Mitglied in einem Arbeitergeberverband werden“, kritisierte Grioli. „Die Tarifbindung in unserem Land ist über die Jahre kontinuierlich gesunken.“ Das aber habe konkrete soziale Folgen: „Im Berufsleben prekär, heißt: auch im Alter prekär.“

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    Francesco Grioli, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE

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Ein weiterer zentraler Punkt der Rede war die Weiterbildung: „In Zeiten von Digitalisierung und Fachkräftemangel ist die Weiterbildung ein Muss!“ Grioli forderte in diesem Zusammenhang „ein Initiativrecht für Betriebsräte“ und er versprach: „Wir werden unsere ganze Kompetenz als Gewerkschaft einbringen!“ Dabei werden sich vor allem „unsere Vertrauensleute verstärkt um Weiterbildung kümmern.“

Nach den Redebeiträgen sang der Saal gemeinsam das Steigerlied. Die Veranstaltung endete nach einem gemeinsamen Abendessen gegen 21 Uhr.

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